Rieser Nachrichten, Oktober 2006


Vergnügliche „Rlfol“ in der Kulturetage

Das Gitarrenduo Tedesco Nuevo, Barbara Hennerfeind und Barbara Hölzer, sowie die Autorin Cornelia Boese waren die virtuosen und humoristischen Reiseführer durch den Abend in der Kulturetage des Reimlinger Schlosses.
„Rlfol“ ist keineswegs ein Drhckiluelr (=Druckfehler), sondern die von der Familie Mozart in Briefen angewandte Verschlüsselung „Malefisohu“,wenn es darum ging, den wenig geliebten, neugierigen, bespitzelnden Erzbischof auszublenden. „Rlfol“ bedeutet danach einfach Reise ...


Main-Post, 29.4.2006

Mit Mozart, dem Star, unterwegs

Cornelia Boese begeisterte das Publikum bei der Lesung „Gaulimauli“ in der Stadtbibliothek, indem sie den Menschen Mozart mit seinen Stärken und Schwächen vorstellte.
Ihr zuzuhören war ein Genuss. Nicht nur, weil das, was sie sagte, gut recherchiert war und Hand und Fuß hatte, sondern auch wegen der exzellenten Aussprache. Das Tüpfelchen auf dem „i“ war, dass sie alles in Reimform verpackte, was sehr erfrischend wirkte. Das Gesagte hatte Tiefgang. Außerdem verstand sie es, sachliche Informationen mit Witz und Leichtigkeit zu vermitteln.
 

Kitzinger Zeitung, 21. März 2006
 
Ein humorvoller Seitenblick auf Mozart

Viel interessantes und manch Unbekanntes wusste Cornelia Boese aus Würzburg während des Literarischen Abends des Kulturhistorischen Kreises Dettelbach im Gewölbekeller des Weingutes Glaser-Himmelstoß zu erzählen. Die studierte Souffleuse des Theaters der Domstadt bediente sich dabei aber keineswegs einer normalen Satzbildung. Sie brachte Ausschnitte aus vier bereits veröffentlichten Gedichtbändchen in wohlgeformte Reimen zu Gehör. Das, was die aufmerksamen, oft recht amüsierten Zuhörer an Anekdoten zum Mozart-Jahr und darüber hinaus noch weit mehr „serviert“ bekamen, entbehrte nicht einer deftigen Würze mit Humor.


Juni 2007

Mozart meets Münsterschwarzach

Eine humoristische „Rlfol“ mit und zu Mozart präsentierte das Gitarrenduo Tedesco Nuevo mit Barbara Hölzer (selbst als Gitarrenlehrerin an der schulinternen Musikschule tätig) und Barbara Hennerfeind zusammen mit Cornelia Boese, Autorin mehrerer Gedichtbändchen und Souffleuse am Stadttheater Würzburg im Rahmen eines Gesprächskonzertes für die Oberstufe in der Aula des Gymnasiums.
Als Dank für den ehrlichen und lang anhaltenden Beifall der Schüler gab Frau Boese, die Souffleuse noch ein heiteres Erlebnis aus ihrem schwarzen Souffleurkasten am Stadttheater zum besten und übernahm in der von den Gitarren zum Schluss angestimmten Arie des Papageno „Ein Vogelhändler bin ich ja“ das bekannte aufsteigende Tonleitermotiv auf ihrer „Zauberflöte“.
Der Fachbetreuer für Musik, Manfred Weidl, bedankte sich bei den den „drei Damen“ mit einem bunten Frühlingsstrauß und – was läge näher – Mozartkugeln.


Fränkische Nachrichten, 23.6.2004

Einen Reim auf Mozart gemacht

Was hat das Mozartfest mit Kaffee zu tun? Wie reiste man zur Mozartzeit? Was geschieht im zweiten Teil der Zauberflöte? Und wie war das eigentlich mit Mozarts Frauengeschichten? Diese und viele andere Fragen beantwortete Cornelia Boese nun im Rahmen des Mozartfestes zusammen mit dem Trio „Spieltrieb“ im Gartensaal der Residenz.
Cornelia Boese ist Souffleuse. Und dass sich das reimt, das kann einfach kein Zufall sein, denn die Souffleuse selbst reimt auch, pardon: dichtet. Unter anderem macht sie sich auch ihren Reim auf Mozart, den überirdisch verklärten Musiker, und beschreibt in ihren Gedichten vergnüglich (und sogar historisch fundiert) das ganz und gar irdische Leben des großen Göttlichen. Da lag es nahe, dass drei Musiker des Ensembles „Spieltrieb“ auf die Idee kamen, Musik und Lyrik mozärtlich zu vereinen, im lichten Gartensaal der Residenz, bei Kaffee und Kuchen.
Und so klirrten und klangen an den vollbesetzten Tischen zunächst einmal die Teetassen, Kaffeelöffel und Kuchengabeln, bevor das Trio mit zwei Klarinetten und Fagott die „musikalische Reim-Reise mit und zu Mozart“ fulminant eröffnete, mit einem Arrangement der Ouvertüre zu „Le nozze di Figaro“. Von Beginn an machten die drei Instrumentalisten dem Namen ihres Ensembles alle Ehre. Fagottistin Andrea Wurmbäck beeindruckte mit leichtfüßig im Bass dahinhuschender staccati, die Klarinettisten Uwe Ellies und Andreas Langenbuch erfreuten mit Agilität und klanglichem Schmelz.
Da eilten zwischen den nonchalant von Cornelia Boese vorgetragenen Gedichten die Divertimenti, sprich: mehrsätzige Unterhaltungsmusiken mit Arrangements aus Mozarts großen Opern flott dahin; von der „Zauberflöte“ sprang man zu „Don Giovanni“.
Cornelia Boese schilderte dazwischen in ihren Gedichten vergnüglich und launig allerlei Themen aus Mozarts Leben: Dass das kleine Wunderkind mit Tabaksdosen und güldenen Taschenuhren überreich beschenkt wurde, wie Mozart einst beim Klavier-Wettstreit mit Clementi in seinem seidenen Hemd besser gekleidet war als der Kaiser, dass Mozart bei der Durchreise durch Würzburg hier einen Kaffee getrunken hat und die Stadt „prächtig“ fand. Einige prächtige Brückenschläge von Dichtung zu Musik gab es auch. In einem Brief gestand Mozart einmal seinem Vater, wenn er jedes Mädchen, dass er geküsste habe, auch heiraten müsste, dann müsste er wohl „zweihundert frei'n“. Die anschließende Registerarie „Madamina, il catalogo è questo“ aus dem Don Giovanni wurde prompt mit einigen Lachern im Publikum quittiert.
Sehr hübsch war auch Cornelia Boeses musikalische Fortspinnung der Zauberflöte. Von Goethe stammt ja das Libretto einer Fortsetzung. Daraus hatte Boese ein Duett des verdrossenen Paares Papageno und Papagena herausgenommen und selbst in Musik gesetzt, in tränenreiches Moll. Und mit Papagenos Panflöte in der Hand ergänzte sie das Ensemble „Spieltrieb“ mal eben zum Quartett.
Damit verbrachte das Publikum im Gartensaal einen überaus kurzweiligen Nachmittag in der nur wenige Schritte weiter von Touristen durchströmten Residenz. Und obwohl die Fensterscheiben zum Hofgarten verhängt waren, gelang es einigen Kindern sogar, hochzuklettern und von draußen einen Blick in den Festsaals zu erhaschen. Für die neugierigen Gucker lässt das viel erhoffen, denn auch die junge Cornelia Boese hatte sich einst mit einem Cellokasten in die Residenz geschmuggelt, um mit dem Ohr an der Tür zum Kaisersaal zu lauschen. Was daraus geworden ist, wissen wir ja jetzt...

© Günther Molz - Wiedergabe erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verfassers. www.molz-music.com


Main-Post, 11.6.2004

Goethe-Krimi um die Zauberflöte


Sie gibt eine Ruhe, die Königin der Nacht. Sie entführt den Sohn von Tamino und Pamina. (...) Die krimimäßige Fortsetzung stammt von Goethe, der einen zweiten Teil zur „Zauberflöte“ geschrieben hat, der allerdings ein Fragment blieb.
Cornelia Boese – Souffleuse, Dichterin, Musikerin – hat den Goethetext ausgegraben und zur Grundlage eines ihrer launigen Gedichte gemacht:

„Pamina stürzt der Kindsverlust
 in depressiven Dauerfrust,
 und helfen kann nicht mal ihr Mann,
 denn sehen sich die Eltern an,
 versinken sie laut Autograph
 in einen alptraumhaften Schlaf."

Cornelia Boese hat ein Duett aus Goethes Zauberflöten-Fortsetzung vertont.
Dabei spielt sie auch die berühmte Papageno-Flöte. Die sonst muntere Fünfton-Folge des Vogelfängers klingt dank eines harmonischen Kunstgriffs traurig – doch wie bei ihren Versen geht es auch in der Musik bei Cornelia Boese nicht ohne einen Schuss Ironie: Sie spielt die Flöte „verkehrt“, also von oben nach unten.

(Ralph Heringlehner)

 

 

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