Volksblatt, Titelseite, 26.4.2002

Mit Kniegeige bis Lappland

Ein neues Talent aus Würzburg. Boese besticht durch ihre zurückhaltende Komik. Sie macht aus Nichts Etwas. Als arme Studentin fuhr sie mit dem Zug gen Norden, ihre Geige zunächst neben sich auf der Liege im Nacht-Waggon. Schließlich war das Cello ja zu schwer, um es mitzunehmen. Und so kam es, dass sie – weil sie eigentlich gar nicht Geige spielen kann – die Geige zwischen die Knie nahm und darauf spielte wie auf einem Cello. Das Fernsehen wurde auf die ungewöhnliche Musikerin aufmerksam und drehte einen Film über die Stationen „von Berlin bis Lappland“, dann erst kam das Buch, für alle, die erfahren wollen, wie es ist „im Sommer mal nach Schweden zu fahren und kein Geld mitzunehmen“.
                                        

Main-Post Würzburg, 27.4.2002
 
Mitternachtssonne und Mückenplagen

Wir lesen von der Mitternachtssonne, freundlichen Schweden und Lappen, gefährlichen Bus- und Gummibootfahrten, Mückenplagen, Musik, kurz: vom schönen Leben einer armen Straßenmusikantin, die ohne Geld und Dach überm Kopf, aber mit Geige und guter Laune einen netten Urlaub in Nordeuropa macht.
Das ZDF hat aus ihren Erlebnissen einen Dokumentarfilm gemacht ("Klingende Münze"), der zuletzt am Ostersamstag auf Phoenix zu sehen war.





Das Orchester, Oktober 2002

Eine skandinavische Reise

Dies ist ein kleiner Schelmenroman, er beginnt ganz gattungsgerecht mit der Beschreibung eines Besäufnisses. Und noch einen literarischen Topos bedient Boese: Die Reise wird zur Folie für das womöglich Bessere gegenüber dem Zuhause, mit Seitenhieben auf "Übezwang und Probenfrust" (S. 6) an deutschen Musikhochschulen. Dies ist eine herrlich komische Hymne an das (schwedische) Leben, dabei jederzeit federleicht wie ein (schwedischer) Sommertag. Traumhaft.

(Ingo Hoddick)

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