Main-Post, 8.6.1998

Reime rattern im Gehirn

„Das ist wohl eine Sternschnuppe, die mir da in den Schoß gefallen ist.“ Die junge Frau strahlt. Was kann es schöneres geben für jemanden, der gerne schreibt, Fremdsprachen liebt und Musik studiert hat, als eine Oper zu übersetzen? „Cublai, Gran Khan dei Tartari“ von Antonio Salieri wird am 18. Juni beim Würzburger Mozartfest uraufgeführt. Die deutschen Verse stammen von Cornelia Boese. Die ist eigentlich Souffleuse am Stadttheater. Aber sie schreibt gerne, liebt Fremdsprachen und hat Musik studiert ...
Keine Frage, dass sie auch bei der Uraufführung der Salieri-Oper im „Kasten“ sitzt und seit Wochen in der Doppelfunktion als Übersetzerin und Souffleuse bei den Proben dabei ist.

(Ralph Heringlehner)


Cornelia Boeses Kublai-Übersetzung in der überregionalen Presse:

„Die Entscheidung, Castis derben Text mit seinem Wortwitz und seinen lebhaften Dialogen ins Deutsche zu übersetzen, war richtig. Die von Cornelia Boese verfaßte Übersetzung ist gelungen, die Pointen hinübergerettet. Die Uraufführung lebte von ihren schlagfertigen Dialogen und von Salieris abwechslungsreicher Musik.“
( WDR Musikszene, 19.6.98)

„Verwendet wurde eine exzellente deutsche Übersetzung von Cornelia Boese. Die Würzburger Souffleuse und Autorin eines Buches über ihren Job hat mit kongenial verblüffenden Reimen dafür gesorgt, daß Castis köstliche Pointen verständlich werden. „So hab ich lang nicht mehr gelacht“, heißt es da einmal...“
(Neue Zeitschrift für Musik, Sept./Okt. 98)

„Zudem mußte der in archaischen Italienisch gehaltenen Text von Giambattista Casti ins Deutsche übertragen werden. Eine pikante Aufgabe, die sich bei Cornelia Boese in den besten Händen befand. Mit viel Sachverstand erstellte die Souffleuse des Stadttheaters ein zum Teil modernisiertes Libretto. In heiterem Plauderton und stets passend gereimt, entwickelt sich ein verzwicktes Ränkespiel, das der seltenen Gattung des genre eroicomico zuzuordnen ist.“
(Opernglas, 9/98)

„Salieris Librettist Casti jedenfalls fügt den Banalitäten à la Stephanies „Entführung“ noch eine Prise absurder Komik hinzu. Cornelia Boese, im Hauptberuf Souffleuse, hat in ihrer respektlosen Übersetzung eben diese Wirkung verstärkt. Sie steigert die Komik, indem sie den Text ins Umgangssprachliche aktualisiert und macht aus der Opera buffa eine Art musikalischer Boulevardkomödie. Angesichts der hohen Textverständlichkeit bei den Sängern feixt das Publikum nicht selten wie im Wiener Vorstadttheater zu Schikaneders Zeiten.“
(Opernwelt, 8/98)

„Schlüssig war die deutsche Textfassung von Cornelia Boese: wenn schon nicht in der Originalsprache, dann in dieser ausgewogenen Balance von Sprachmelodie und Wortwitz.“
(Straubinger Tagblatt, Sept. 98)

„Die junge Dame, die die Sänger beim Schlußapplaus aus dem Souffleusenkasten ziehen, heißt übrigens Cornelia Boese und hat die witzige Übersetzung des italienischen Originals geschrieben. Da gibt es an sich nur eines: Nix wie hin!“
(Mainpost, Juni 98)

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